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Homepage von Andrea & Daniel Mannale 

Ngäbe Verlag

Es soll damit die Möglichkeit geschaffen werden, dass die Ngäbe selbst ihre Gedanken zu diversen Themen einem breiten Publikum in schriftlicher Form verfügbar machen können. Es gibt viele Probleme, die von den Ngäbe dringend selbst angegangen werden müssen. Wir möchten mit diesem Projekt eine "kleine Revolution" schaffen, vergleichbar mit der Erfindung der Druckerpresse in Europa.

Status
Projektidee wurde bereits grob ausgearbeitet (Brainstorming Phase). Das genaue Konzept ist noch fällig.

Start
2022-2023

Dauer
Noch offen

Vorgeschichte

Dieses Projekt ist der Idee des Literaturdienstes und aus unserem Anliegen entsprungen, einheimische Stimmen zu fördern. Beim Überlegen, welche Bücher im Ngäbe Kontext nützlich sein könnten, wurde uns je länger je mehr bewusst, dass es in Panama zwar gute Bücher und Ratgeber gibt, diese aber für die Ngäbe nur bedingt nützlich sind. Zwar mit guter Absicht, aber letztlich häufig nicht förderlich, wird in einem Umfeld wie bei den Ngäbe viel zu viel unreflektiert von aussen übernommen. Dazu gibt es wenig Material, welches sich spezifisch mit ihrem Umfeld auseinandersetzt. Das wenige, was bisher über die Ngäbe geschrieben wurde, ist hauptsächlich von Aussenstehenden erarbeitet worden.

Es braucht unter den Ngäbe dringend Stimmen aus den eigenen Reihen, die sich mit ihrem Umfeld auseinandersetzen.  Als «Insider» sind sie am geeignetsten, um das eigene Umfeld zu hinterfragen und Lösungen für ihre Probleme zu erarbeiten. Gute Lösungsansätze und teils grossartige Bücher aus dem Westen sind hier häufig fehl am Platz, weil das Umfeld so anders ist. Gleiches trifft auch auf das kirchliche Milieu zu. Es ist dringend nötig, dass die Ngäbe eine Theologie passend für ihr Umfeld entwickeln und auch hier nicht einfach alles von aussen kopieren. Es geht dabei nicht darum, ein «neues Christentum zu erfinden», sondern um die Frage, was Christsein und Kirche in ihrem spezifischen kulturellen Umfeld bedeuten. Anhand der Bibel muss geklärt werden, welche Antworten es aus christlicher Sicht auf ihre kontextspezifischen Fragen gibt. Auch das sollte unbedingt mehrheitlich von ihnen selbst bearbeitet werden.

Weiter schreibe ich (Daniel) auch gerne. Aufgrund obiger Überlegungen meinen wir aber nicht, dass die Leute nur meine - eben auch westlich geprägten - Gedanken lesen sollten. Es braucht beides: wertschätzende Impulse von aussen und kräftige Stimmen aus den eigenen Reihen. Daraus entstand die Idee eines Verlages, durch welchen die Ngäbe die Möglichkeit bekommen sollen, ihre Themen aus ihrer Sicht und in ihrer Sprache zu veröffentlichen.

Beschreibung

Der Verlag soll eine Dienstleistung sein, die es jedem unter den Ngäbe ermöglicht, auch etwas Kleineres zu einem Thema zu publizieren. Am Anfang werden es kaum dicke Bücher sein, die veröffentlicht werden, sondern eher kleinere Publikationen.

Mir fiel in den letzten Jahren immer wieder auf, wie fast jede Leitungspersönlichkeit ihre Themen hat, die sie bewegt und worüber sie sich viel Gedanken gemacht hat. Es sind in vielen Fällen relevante, wichtige Themen. Aus meiner Sicht müssen solch gründlich durchdachte Themen "unter die Leute" gebracht werden. Für viele ist es aber praktisch unmöglich, etwas Schriftliches drucken zu lassen. So hat kaum jemand einen Computer oder gar einen Drucker. Somit wäre nur schon die Möglichkeit, ein Heft zu einem Thema zu vervielfältigen, für viele eine grosse Hilfe.

Zusätzlich wäre auch eine Zeitschrift denkbar, in welcher verschiedene einheimische Autoren zu bestimmten Themen ihre Gedanken weitergeben können. Diese würde zu Beginn ein- bis maximal zweimal im Jahr erscheinen. Ein Beispiel: Das Thema Vergebung bzw. Konfliktbewältigung ist hier eine ganz schwierige Sache. Warum? Traditionell können Konflikte nicht angesprochen werden, selbst unter Christen bleibt dies schwierig. Wie löst man das? Nun, da ist es am besten, wenn die Ngäbe sich selbst darüber den Kopf zerbrechen und dies einmal behandeln. Die Bearbeitung solcher und vieler weiterer Themen ist absolut spannend und sehr nötig. Wir glauben daher, dass mit einer derartigen Zeitschrift unter den Ngäbe wichtige Impulse gesetzt werden könnten: Einheimische Persönlichkeiten werden mobilisiert und diskutieren wichtige Themen aus ihrem Kontext.

Last but not least: Auch wenn die Verbreitung von Literatur in Papierform hier noch längere Zeit dominieren wird, möchten wir von Anfang an alle Publikationen auch digital als PDF bereitstellen. Das Ziel soll sein, die Publikationen möglichst verfügbar zu machen. Da heute immer mehr Ngäbe ein Smartphone haben, sollen alle Schriften und Bücher auch im Internet heruntergeladen werden können. Genauso soll das Material später über einen W-Lan Hotspot (mit einem Handy-Webserver) an den Büchertischen des Literaturdienstes verfügbar sein.

Herausforderungen

Für dieses Vorhabens muss noch vieles geklärt werden. Weil persönliche Kontakte im Moment CoViD-bedingt sehr eingeschränkt sind, werden wir hier später als gewünscht starten können. Voraussetzung ist auch, dass wir genügend Leute finden, die sich ehrenamtlich als Editoren, Korrektoren, Transkriptoren und Übersetzer (fürs Ngäbere) zur Verfügung stellen.

Eine weitere Herausforderung, die im Zusammenhang mit einheimischer Literatur aufkommt, ist das Fördern der einheimischen Sprache (Ngäbere) in schriftlicher Form. Wir hoffen, längerfristig auch Publikationen auf Ngäbere machen zu können und so zum Erhalt ihrer Sprache und der Wertschätzung ihrer Kultur beizutragen.

Kosten

Im Zusammenhang mit dem Verlag ist aktuell keine richtige Druckerei geplant. Das lohnt sich in den heutigen Zeiten wahrscheinlich nicht. Ein guter Kopierer und ein etwas grösserer Farb-Laserdrucker werden anfangs für die Publikation kleinerer Broschüren genügen. Der Rest soll dann extern vergeben werden. Kosten werden für die Quersubventionierung der Publikationen anfallen. Bücher oder Zeitschriften in kleineren Mengen zu produzieren ist eher teuer (umso mehr für die Ngäbe). Dazu kommen die Kosten für den Transport. Es soll zwar nichts gratis weitergegeben werden, aber doch so günstig, dass der Vertrieb letztlich nicht an den Preisen der Publikationen scheitert. Wir möchten ja möglichst viele damit erreichen.

Klink dich ein!

Wir sind dankbar für dein Gebet, dass dieses Projekt zum rechten Zeitpunkt und mit den richtigen Leuten gut aufgesetzt werden kann. Aus Zeitgründen möchten wir möglichst von Anfang an eine einheimische Person für die Leitung engagieren (ehrenamtlich). Es ist nicht immer einfach, die passenden Leute mit der richtigen Motivation zu finden, da viele insgeheim doch hoffen, irgendwie persönlichen Profit zu schlagen. Neben der Person, welche alles koordiniert, wird es auch viele ehrenamtliche Mitarbeiter brauchen (siehe oben). Wir bitten Gott, dass er viele Leute bewegt, sich hier für das Wohl ihres Volkes einzusetzen!

Wir benötigen für dieses Projekt im Moment noch kein Geld. Wenn du möchtest, kannst du aber trotzdem schon jetzt dafür im Voraus einen Beitrag leisten. Dies hilft uns dann sofort loszulegen, sobald wir bereit sind. Vielen Dank!