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Homepage von Andrea & Daniel Mannale 

Arbeitsweise

Wie wir gemeinsam mit den Ngäbe arbeiten möchten und was uns dabei wichtig ist

 

Das Bild drückt sehr gut aus, wie wir voran gehen möchten, nämlich gemeinsam mit anderen, in einer Haltung der gegenseitigen Wertschätzung! Auf diese Art möchten wir mit den Ngäbe, aber auch mit unseren Freunden und Spendern unterwegs sein. In diesem Sinne möchten wir unsere zukünftige Tätigkeit gestalten, damit die Ngäbe Gottes Liebe in Wort und Tat erfahren dürfen.

 

Das Wichtigste in Kürze

Diese drei Aspekte sind für unsere Arbeitweise zentral:

  • Als «Geschwister unter Geschwistern» möchten wir mit den Einheimischen zusammenarbeiten und uns dabei möglichst am Rande als Begleiter («Facilitators») engagieren. Ziel unserer Tätigkeit ist es, die Ngäbe in ihren Aufgaben zu stärken.
  • Kernelemente bei der Umsetzung sind für uns Ermutigung, Schulung und Unterstützung zur Mobilisierung, aufbauend auf ihren eigenen Kapazitäten und Ressourcen (Hilfe zur Selbsthilfe).
  • Mit der Weitergabe von materieller oder finanzieller Hilfe sind wir zurückhaltend, da wir ungesunde Abhängigkeiten möglichst vermeiden möchten. Ausnahmen stellen Notsituationen dar. Möglich sind aber auch Beiträge an nachhaltige Projekte mit regionalem/übergemeindlichem Charakter.

Prinzipien unserer Vorgehensweise

Ein Projekt zu starten ist häufig nicht allzu schwierig. Die Herausforderung liegt darin, ein ein solches dann so zu gestalten, dass das Ergebnis auch längerfristig etwas nützt. So ist das Ngäbe-Gebiet bisher „Opfer“ etlicher westlicher Projekte geworden, die zwar viel Geld gekostet haben, aber leider häufig kaum einen langfristigen, d.h. nachhaltigen Nutzen hatten. Auch viele gute Initiativen sind irgendwann versandet, spätestens dann, wenn der Geldgeber (sprich der Missionar oder das Hilfsprojekt) weg war. Die Erfahrung zeigt, dass im Kontext der Ngäbe früher oder später fast alle von Aussenstehenden gegründete Vorhaben scheitern, in denen Gelder verwaltet werden (dies, weil kulturelle Gegebenheiten häufig nicht berücksichtigt werden).

Obwohl Nachhaltigkeit in aller Munde ist, geht es bei vielen Projekten leider oft nur darum, den Armen etwas zu schenken. Es ist den Menschen damit aber meist nicht wirklich geholfen, da die dahinterliegenden Probleme dadurch nicht angegangen werden. Hilfsprojekte wie z.B. «Kinderernährungsprogramme» lassen sich beim Spendensammeln zwar gut vermarkten, bewirken langfristig aber wenig und sind meist sogar kontraproduktiv. Denn sie entlassen die Menschen aus der Verantwortung und machen sie von Hilfe anderer abhängig. Implizit wird dabei die Botschaft vermittelt: „Ihr seid nicht fähig, eure Zukunft selbst in die Hand zu nehmen“. Viele Ngäbe haben das längst verinnerlicht und leben auch deswegen in grosser Hoffnungslosigkeit.

Aus all diesen Gründen sind wir mit der Weitergabe von materieller oder finanzieller Hilfe sehr zurückhaltend. Als Kernelement unserer Arbeit sehen wir Schulungen sowie alles, was Menschen zum Reflektieren ihrer Situation führt und sie motiviert, von sich aus etwas zu verändern. Es geht uns dabei um mehr als den Armen nur „das Fischen beizubringen“. Denn auch damit wird häufig einfach westliches Gut vermittelt, welches im lokalen Umfeld oft nur begrenzt brauchbar ist. (Ausserdem haben es die Leute nicht nötig, von uns das Fischen zu lernen, sie könnten es ganz gut selbst...) Wir möchten gemeinsame praktische Lernprozesse ermöglichen, welche die Teilnehmer ermutigen und ihnen zeigen, dass Jeder gottgegebene Fähigkeiten und Ressourcen hat, die er nutzen kann. Als besten praktischen Ansatz dazu sehen wir im Moment ein kulturell passendes Selbsthilfegruppenkonzept, womit sich Daniel in seiner Masterarbeit ausgiebig auseinandergesetzt hat.

Unser Ansatz schliesst nicht aus, dass wir anderen in Notsituationen helfen. Als Christen sehen wir uns dazu verpflichtet, wenn wir mit einer Notlage konfrontiert sind (man denke an die Geschichte des barmherzigen Samariters). Es ist aber häufig nicht einfach abzuschätzen, ob es sich in einem konkreten Fall um eine wirkliche Notsituation handelt - oder ob der Hilfesuchende einfach aus Bequemlichkeit zu uns kommt. Auch wenn wir stets barmherzig abwägen wollen, möchten wir gleichzeitig ungesunde Abhängigkeiten möglichst vermeiden. Mit diesem Dilemma umzugehen empfinden wir als schwierig. Häufig überfordert uns die Frage, was nun richtig wäre. Es treibt uns dazu, uns auch im Alltagsgeschehen immer wieder bewusst von Gott führen zu lassen.

Auch in unserem Verhältnis zu den einheimischen Kirchen möchten wir den gleichen Ansatz verfolgen. Unser Ziel ist es, die Gemeinden in ihren Aufgaben zu stärken, ohne damit ungesunde Abhängigkeiten zu schaffen. Auch wenn es überall materiellen Bedarf gibt, erachten wir es als nachhaltiger, uns im Bereich von Schulung, Leiterförderung, Literaturarbeit und Alphabetisierung zu engagieren. Dies wollen wir erreichen, indem wir andere ermutigen, beraten, miteinander vernetzen und mobilisieren. Dazu arbeiten wir als «Geschwister unter Geschwistern» mit den Einheimischen zusammen und engagieren uns dabei möglichst am Rande als Begleiter («Facilitators»).

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