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Homepage von Andrea & Daniel Mannale 

FAQs - Fragen & Antworten

Frequent Asked Questions - mögliche Fragen zu unserem Engagement unter den Ngäbe

Allgemeine Fragen

Geht ihr in den Dschungel?

Nein. Es gibt zwar noch Urwald in Panama, aber in dem Gebiet, in dem wir wohnen werden, ist es von der Vegetation eher steppenmässig und sehr bergig.

Werdet ihr weit abgelegen wohnen?

Das kommt auf die Sichtweise an. Es gibt viele Orte im Ngäbe-Gebiet, die nur zu Fuss erreichbar sind. Wir werden aber nicht so weit im Gebiet drin wohnen, sondern an einer Strasse. Wir möchten zwar bewusst im Indianergebiet wohnen, aber doch auch so, dass wir es nicht allzu weit
bis in die «Zivilisation» haben. Egal wo wir wohnen werden: Handyempfang und Internet gibt es in dieser Gegend bisher noch kaum. Auch eine Stromleitung in das Gebiet, wo wir voraussichtlich wohnen werden, ist erst in Planung. Wir hoffen, zumindest fliessend Wasser zu haben und für
den Anfang Strom durch Solarzellen erzeugen zu können. 
 

In was für einem Haus werdet ihr wohnen?

Das Gebiet ist so arm, dass es kaum Miethäuser gibt. Wir müssen uns also selbst etwas bauen. Unser Ziel ist es, uns einfach, aber trotzdem irgendwie wohnlich einzurichten. Ob man das Resultat
dann Haus oder Hütte nennt ist Ansichtssache. Daniel wurde auf seiner letzten Reise nach Panama damit überrascht, dass ihm jemand bereits ein Landstück angeboten hat. Wir sind gespannt wie Gott uns weiter führen wird diesbezüglich. Um in dem Gebiet wohnen zu dürfen benötigen wir vermutlich eine spezielle Bewilligung. Dies ist aktuell noch offen.

Werdet ihr da unter richtigen Indianern leben?

Ja. Aber es ist ziemlich anders als das, was uns Hollywood & Co so vorgaukelt. Die Ngäbe sind eine der vielen Volksgruppen im Land, die schon lange vor den Europäern hier gelebt haben. Nach einer jahrhundertelangen Ausbeutung und Vernachlässigung leben die Indianer Panamas heute in grösster Armut in meist schwer zugänglichen Gebieten. Über 90% gelten als extrem arm. Viele schaffen es nicht einmal die Hälfte der nötigen Kalorien einzunehmen. Sie leben zwar in einem
wunderschönen Gebiet, aber ihr Leben ist geprägt von Ausbeutung, Armut, internen Konflikten, Hoffnungslosigkeit und Angst.

Weitere Infos über die spannende, aber auch tragische Vergangenheit und Gegenwart dieser Volksgruppe findest du in unserer Rubrik über die Ngäbe.

Wie ist es für Andrea? Geht sie auch gerne mit?

Natürlich! Wir haben bereits vor dem Heiraten darüber gesprochen. Es ist zwar schon so, dass Daniel derjenige ist, der das Anliegen am stärksten hatte «rauszugehen». Aber im ganzen Prozess war es uns immer wichtig, dass es Gott uns beiden aufs Herz legt und wir beide ein «Ja» dafür hätten wenn es konkret würde. Das ist nun auch der Fall. «ProNgäbe» ist unser gemeinsames Herzensprojekt in das wir uns in Zukunft zusammen investieren möchten. 

Was wird Andrea in Panama machen?

Für sie als Sozialarbeiterin wird es dort natürlich viele Einsatzmöglichkeiten geben. Zuerst einmal werden für sie aber mal unsere Kinder im Vordergrund stehen. Wir werden dann Schritt für Schritt schauen, welche Möglichkeiten sich ergeben.
 

Wurden Chiara oder Soraya gefragt, ob sie mit wollen?

Nein. Sie haben bisher noch kein Stimmrecht. Aber als Töchter von Daniel sind sie bereits Panamaerinnen und werden sich sicher freuen «ihr» Land kennen zu lernen. In Zukunft, wenn unsere Kinder aber grösser sind, haben wir vor auch ihre Meinung einzubeziehen. Grundsätzlich sehen wir die Familie als unser erstes Einsatzgebiet, dem wir Sorge tragen möchten. 
 

Gibt es dort Schulen, Ärzte und einen Laden?

Schulen gibt es, Kliniken und Ärzte fast nicht, dafür umso mehr kleine Läden, wo es zumindest Reis und Büchsenfleisch gibt. Die meisten staatlichen Dienste sind in den Indianergebieten in Panama höchst ungenügend. Wir werden vor Ort und Schritt für Schritt schauen, wie wir uns darauf einstellen. Zumindest im Moment müssen unsere Kleinen ja noch nicht zur Schule gehen.

Hat es dort giftige Schlangen, Spinnen oder Insekten?

Ja, ganz viele. Aber mit etwas Vorsicht und gewissen Massnahmen kommt man gut aneinander vorbei.

Geht ihr eigentlich für immer?

Wir gehen mal einfach, ohne Pläne bald wieder zurück zu kommen. Aber wir nehmen einen Schritt nach dem anderen.

Wie werdet ihr euren Lebensunterhalt bestreiten?

Wir planen einen sogenannten Freundeskreis aufzubauen der unser Anliegen mitträgt und damit auch finanziell unterstützt. Das Spenden sehen wir als eine Möglichkeit, dass andere sich auf diese Art an diesem spannenden Projekt beteiligen können, welches wir aufs Herz gelegt bekommen haben. Wir möchten es nicht als «unser» Projekt durchführen, sondern hoffen, dass sich uns ganz viele anschliessen und uns von hier aus unterstützen.

Mehr Infos dazu findest du unter den Infos über uns unter dem Titel "Leben von Spenden".

Wann werdet ihr ausreisen?

Wir planen aktuell gegen Ende Januar auszureisen. In der Zeit vor unserer Ausreise werden wir noch relativ viel unterwegs sein, für verschiedene Anlässe um über unsere Pläne zu erzählen.
 

Kritische Fragen

Wir sind uns bewusst, dass die christliche Tätigkeit im Allgemeinen und dann ganz besonders unter indigenen Volksgruppen, teils sehr kritisch bewertet wird. Dies ist unserem Eindruck nach häufig mit pauschalen Vorurteilen verbunden, die vielleicht auch einer einseitigen Sicht des christlichen Glaubens entspringt. Gerade deswegen möchten wir uns hier bewusst auch kritischen Fragen stellen und den Dialog suchen. Wir freuen uns daher auch auf Feedback und Ergänzungen, da wir uns selbst immer als Lernende sehen möchten.

Was ist unsere Sichtweise in Bezug auf den Umgang mit der indigenen Kultur?

Den Respekt und Wertschätzung der lokalen Kultur sehen wir als eine zentrale Voraussetzung für die Tätigkeit bei einem anderen Volk. Unser Wunsch ist es, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und sie darin zu unterstützen, ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Wir sind keine Helden und möchten mit den Menschen als Mitlernende unterwegs sein, indem wir uns voll in ihre Lebenswelt einlassen.

Wie wir bereits im Artikel über die Ngäbe Kultur hervorgehoben haben, beinhaltet die Wertschätzung der lokalen Kultur nicht, dass man einfach alles für gut befindet. Wir sind der Überzeugung, dass jede Kultur ihre Schlagseiten hat. Das gilt zuerst auch für unsere eigene Kultur und Sichtweisen. Die respektvolle Begegnung von Menschen aus verschiedenen Kulturen, bietet aber die Chance, dass wir beide voneinander lernen können. In diesem Sinn, möchten wir in unserem Unterwegssein mit den Ngäbe, ganz bewusst unsere eigene Weltsicht und Kultur nicht einfach als die Bessere oder Überlegene betrachten. Wie gesagt, hat auch diese ihre blinde Flecken und Macken worüber wir uns häufig gar nicht bewusst sind.

In unserer respektvollen Begegnung mit der Ngäbe Kultur möchten wir daher auch unsere westlich-christliche Weltsicht immer wieder kritisch hinterfragen. Wir sehen es als Chance, dass bei einem demütigen Unterwegssein, in welchem wir Menschen auf Augenhöhe begegnen, auch uns die Augen geöffnet werden können für Einseitigkeiten und Fehlentwicklungen in der eigenen Weltsicht. Denn auch unser Wissen ist stets Stückwerk und auch das, was wir als gut oder «christlich» bezeichnen, bleibt stets korrekturfähig.

Wie planen wir mit der einheimischen Kultur umzugehen? (Video)

Zerstört der christliche Glaube nicht die einheimische Kultur?

Nein. Es ist in keinem Fall die Absicht des christlichen Glaubens, eine lokale Kultur zu zerstören, sondern vielmehr, deren negativen Elemente zu transformieren. Wir, die wir im christlich geprägten Europa aufgewachsen sind, können uns dabei häufig gar nicht vorstellen, was es z.B. für animistisch geprägte Menschen heisst, in ständiger Furcht vor bösen Geistern zu leben. Gerade auch diesbezüglich hat der christliche Glaube vielen Ngäbe eine grosse Freiheit geschenkt.

Der christliche Glaube ist ausserdem nicht an eine Kultur gebunden und in seinem Ursprung schon gar nicht "europäisch"! Weiter geht es im Kern des christlichen Glaubens weder um Religion noch um den Export eines fremden Systems. Es geht vielmehr darum, dass unser Schöpfer, mit uns Menschen in Kontakt treten möchte. Dies anderen vorenthalten zu wollen, ist aus christlicher Sicht nicht vertretbar, da wir dem Ruf Jesu folgen, die gute Nachricht, allen Menschen bekannt zu machen. Jeder der möchte, soll Gottes Liebe erfahren dürfen. In diesem Sinne geht es uns nicht darum den christlichen Glauben in einem westlichen Mantel zu den Ngäbe zu bringen. Wir sehen es vielmehr als eine gute Botschaft, welche deren Kultur grundsätzlich wertschätzt, aber auch herausfordert. Denn dort wo es Elemente gibt, die dem Menschen letztlich schaden, möchte die biblische Botschaft positive Veränderung bringen. 

Wir sind uns bewusst, dass eine einheimische Kultur auch Schaden nehmen kann, wenn diese unsensibel angegangen wird und man unreflektiert die eigene Weltsicht, einfach als die Bessere annimmt. Natürlich wurde gerade im Namen des Christentums in der Vergangenheit schon viel schaden angerichtet (Siehe dazu auch der Bezug zum Christentum der Ngäbe). Nebst dem gab es sicher auch Christen und Missionare, die gewisse Dinge in diesem Bereich zwar mit einer guten Absicht, aber vielleicht etwas einseitig angegangen sind. Aber irren ist menschlich! Nichtsdestotrotz, ist es nicht fair, einfach pauschal zu behaupten, dass alle diese Menschen hingehen, und Kulturen zerstören. Vielmehr sollte das grosse Opfer, dass diese Menschen häufig erbracht haben auch gewürdigt werden.

Wollen wir die Ngäbe bekehren? (mit Video)

 

Im Hintergrund zu dieser Frage steht häufig der Verdacht, ob z.B. das soziale Engagement nur als Vorwand dient, um andere Menschen für den eigenen Glauben anzuwerben. Dies entspricht aber nicht unserem christlichen Verständnis.

Unser Wunsch, uns für die Ngäbe einzusetzen folgt vielmehr, der häufig vorkommenden Aufforderung der Bibel zur tatkräftigen Nächstenliebe. Das möchten wir leben, indem wir uns für jeden Menschen einsetzen, unabhängig davon ob er oder sie etwas mit dem christlichen Glauben zu tun haben möchte oder nicht. Wir tun dies nicht einfach damit sich Menschen deswegen «bekehren». Die Motivation ist immer die Gleiche: wir möchten die Liebe, die wir von Gott erfahren haben, den Menschen weitergeben, die ihm ganz besonders auf dem Herzen liegen, nämlich die Armen und die Unterdrückten.

Als Christen folgen wir aber auch dem Ruf Jesu, die gute Nachricht allen Menschen bekannt zu machen (siehe z.B. Apostelgeschichte 1,8 oder Markus 16,15). Hierbei geht es nicht darum, (wie vielleicht in gewissen Sekten) Menschen für eine gewisse Organisation anzuwerben. Es geht auch nicht um Religion. Nein, die gute Botschaft beinhaltet, dass Gott mit jedem seiner Geschöpfe eine Beziehung eingehen möchte, unabhängig von seiner Kultur, Sprache oder Volkszugehörigkeit. Weil wir glauben und es persönlich erleben, wie genial es ist, so mit Gott durchs Leben zu gehen, wünschen wir das natürlich jedem anderen auch (auch dir!). Dies jemandem vorenthalten zu wollen, wäre für uns nicht vertretbar im Sinne einer ganzheitlichen Tätigkeit. Aber; ob jemand mit Gott leben möchte oder nicht, darf jeder selbst entscheiden. Auf die Art und Weise wie wir dann folglich mit dieser Person umgehen oder ihr helfen, darf das keinen Einfluss haben. Denn als Christen sind wir herausgefordert jeden Menschen gleich zu lieben. Alles andere würde nicht dem entsprechen, was Jesus uns vorgelebt hat.

Wie sozial darf das christliche Engagement sein?

Im vorherigen Abschnitt habe ich bereits geklärt, dass das christliche soziale Engagement nicht einfach als mittel zum Zweck eingesetzt werden sollte, um Menschen zu "bekehren". Die Frage, die auf der anderen Seite gestellt werden sollte, ist, inwiefern es überhaupt eine "christliche" Aufgabe darstellt, sich für soziale Anliegen zu engangieren. Ich bin überzeugt, dass dies aus Sicht der Bibel ziemlich klar ist und lege dies in der folgenden Stellungnahme dar. 

Hast du eine weitere Frage, die hier nicht erscheint?

Du kannst dich gerne an uns wenden. Wir ergänzen dann gegebenenfalls gerne unsere aktuelle FAQs.

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