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Homepage von Andrea & Daniel Mannale 

Organisationsgründung

Die Organisation soll alle unsere Arbeitszweige beherbergen und ihnen als steuerbefreite NGO (Nicht-Regierungs-Hilfsorganisation) eine rechtliche Grundlage bieten. Sie wird die ausführende Instanz des geplanten Selbsthilfegruppen-Konzeptes sein, sowie für die korrekte Funktionsweise und Koordination der verschiedenen ihr zugeordneten, ehrenamtlich geführten Dienste in der Comarca Ngäbe-Buglé verantwortlich sein.

Status
Konzeptausarbeitung (Planung)

Start
2022

Dauer
Noch offen

Ausgehend von unserem Ansatz einer ganzheitlichen Arbeitsweise, wird die Organisation ganz bewusst einen vielfältigen Strauss an Arbeitszweigen beinhalten. Die Hauptschwerpunkte unserer Arbeit sind: schulen, fördern, ermutigen und mobilisieren. Die Haupteinsatzgebiete sind: Unterstützung der kirchlichen Gemeindearbeit, soziales und gesellschaftliches Engagement (Entwicklungshilfe) und Alphabetisierung.

Hintergründe und Beschreibung

Jede Arbeit braucht passende Strukturen. Auch wenn wir bei vielen der geplanten Arbeitszweige auf ehrenamtlicher Mitarbeit aufbauen möchten, ist dies nicht für alle Aufgaben sinnvoll. So braucht es an zentralen Schaltstellen Leute, welche wie wir frei sind, um sich vollzeitlich zu engagieren und dafür sorgen, dass alles reibungslos vorangeht. Allein werden wir all dies, was wir aktuell auf dem Herz haben, niemals anpacken können. Die Not hier ist einfach zu gross und es gibt zu viel dringend nötige Arbeit, die wir in Angriff nehmen möchten. Wenn wir hier wirklich etwas bewegen wollen, werden wir einige Unterstützung in Form von zusätzlichen Mitarbeitern benötigen.

Bei den angestellten Mitarbeitern dieser Organisation soll es sich um Leute handeln, welche an Schlüsselpositionen einen Beitrag leisten, um andere zu mobilisieren und anzuleiten oder wichtige organisatorische Aufgaben wahrnehmen. Auch wenn es grossartig wäre, weitere Unterstützung aus Europa zu bekommen (vielleicht von dir oder jemandem, den du kennst?), möchten wir unsere Arbeit von Anfang an primär mit einheimischen Mitarbeitern gemeinsam aufbauen. Dadurch ist die lokale Verankerung wie auch die langfristige Fortführung der Arbeit am besten gesichert.

Aus rechtlicher Sicht müssen wir uns als steuerbefreite, nichtgewinnorientierte Nichtregierungs-Organisation (NGO) in Panama registrieren lassen. Dies ist ein mehrstufiger Prozess, welcher mehrere Jahre dauert. Es erlaubt uns dann aber nicht nur Mitarbeiter anzustellen, sondern auch lokale und auch internationale Spendengelder zu empfangen. Einheimische Spenden sind dann auch steuerbefreit. Wir sind froh, dass wir bereits einen guten Anwalt gefunden haben, der uns berät und später den Prozess leiten kann (hier geht systembedingt nichts ohne Anwalt).

Auch wenn wir, insbesondere in der Anfangsphase, mehrheitlich auf Unterstützung von unseren Spendern aus der Schweiz und Deutschland angewiesen sein werden, möchten wir von Beginn an auch auf einheimische Unterstützer hier im Land setzen. So sollen nach unseren aktuellen Überlegungen z.B. einheimische Mitarbeiter einen eigenen Freundeskreis aufbauen. Damit soll zumindest die Hälfte ihres Einkommens gedeckt werden. In dem Masse, wie die Organisation dann wächst, hoffen wir den Anteil an lokalen Spenden stetig ausbauen zu können. Dadurch möchten wir bewusst einseitige Abhängigkeiten vermeiden.

Arbeitszweige

Alle beschriebenen Projekte (Literaturdienst, Verlag, Schulungszentrum) sollen später einmal als Arbeitszweige der Organisation geführt werden. Sollte es längerfristig sinnvoll sein, dass ein gewisser Bereich eigenständig wird, steht dem natürlich nichts im Wege. Da es aber hier sehr aufwändig ist, eine rechtliche Anerkennung als Organisation oder Verein zu bekommen und zu halten, erachten wir die Führung der verschiedenen Arbeitszweige in einer Art Dachverband als effizienter. So muss sich nicht jeder einzelne Dienst z.B. um rechtliche Belange kümmern.

Ein zentraler Arbeitszweig, zusätzlich zu den erwähnten Diensten, wird der Bereich Soziales und gesellschaftliches Engagement (Entwicklungshilfe) sein. Der Kern unserer Entwicklungsarbeit wird das Selbsthilfegruppen-Konzept sein. Nach einer genauen Prüfung verschiedener möglicher Ansätze sehen wir dies als die vielversprechendste Möglichkeit, um bei den Ngäbe eine positive Veränderung anzustossen. Kurz zusammengefasst geht es dabei um Gruppen, die extern begleitet werden und vor Ort passende Schulungsangebote bekommen. Das Ziel ist dabei weniger, einfach Wissen zu vermitteln, sondern auf verschiedenen Ebenen Veränderungsprozesse anzuregen. Es handelt sich um ein gemeinsames Unterwegssein, in dem auch voneinander gelernt wird. Das Vernetzen von Menschen ist dabei ein weiterer wichtiger Aspekt. Einerseits geschieht dies in den Gruppen selbst, in denen die Teilnehmer vereint werden, um sich gegenseitig zu unterstützen. Anderseits geschieht es aber auch auf lokaler und regionaler Ebene, indem die Gruppen miteinander verbunden werden. Dadurch können sie Ziele gemeinsam angehen und bekommen ausserdem eine Stimme, mit der sie auch vor den Behörden besser für ihre Anliegen kämpfen können.

Interessierte können sich gerne einmal die Zusammenfassung meiner Studie anschauen oder auch die gesamte Masterarbeit lesen (mehr dazu gibt es hier).

Ein wichtiger Aspekt unserer Entwicklungsbemühungen wird unsere Tätigkeit im Bereich von «Advocacy» (wörtlich «Fürsprache») sein.  Es bedeutet, dass wir uns als Organisation auch auf politischer Ebene engagieren werden, um die Regierung zur Einhaltung ihrer Pflichten bezüglich Bildung, Gesundheit und weiterer Menschenrechte zu bewegen. Wir erachten es nicht als sinnvoll Dinge zu tun (z.B. die dringend benötigten Kliniken zu bauen), welche eigentlich zu den Pflichten der Regierung gehören und wofür an sich auch mehr als genug Geld vorhanden wäre. Folglich sehen wir unser Geld und unsere Zeit besser investiert, wenn wir nicht einfach alles selbst machen; wir wollen dort, wo es sinnvoll ist, die Regierung in die Pflicht nehmen. Weiter ist auch das ganze Selbsthilfegruppen-Konzept darauf ausgerichtet, dass die Armen ausgerüstet werden, sich gemeinsam für ihre Rechte einsetzen. Als Organisation möchten wir den Dialog mit der Regierung grundsätzlich auf respektvolle, partnerschaftliche Art führen. Unsere Arbeit soll ein Zeugnis ganzheitlicher christlicher Lebensweise sein, nicht nur indem wir Gottes Liebe weitergeben, sondern auch (genauso wie es Gottes Herzensanliegen ist), indem wir uns für die Rechte von Panamas ignorierten und ausgegrenzten Minderheiten einsetzen.

Herausforderungen und Chancen

Wir stehen mit der Organisationsgründung vor einer grossen, spannenden Aufgabe. Auch wenn wir mit unseren Ausbildungen für vieles gut ausgerüstet sind, erwartet uns einiges Neuland. Wir werden uns daher für die Anfangsphase extern coachen lassen, um so von den Erfahrungen anderer profitieren zu können.

Wir würden es grundsätzlich wünschenswert finden, wenn wir uns einer übergeordneten Organisation anschliessen könnten, die in einem ähnlichen Bereich tätig ist. Dies weil wir glauben, dass wir als Menschen gemeinsam im Austausch mit anderen auf allen Ebenen besser unterwegs sind. Leider ist dies gar nicht so einfach. Die meisten unserer bisherigen Anfragen bei grösseren Organisationen wurden von Anfang an freundlich, aber bestimmt abgelehnt. Einerseits sind einige Hilfsorganisationen im deutschsprachigen Raum vielerorts eher auf Rückzug, andererseits liegt der Fokus dort generell mehr auf dem afrikanischen Kontinent. Wir bleiben jedenfalls dran und sind gespannt, wie Gott uns in allem weiter führen wird.

Natürlich wird auch die Finanzierung eines solchen Projekts eine Herausforderung sein. Wir glauben aber, dass Gott wie bisher auch dafür sorgen wird und sind zuversichtlich, dass wir sowohl in der Schweiz und in Deutschland, als auch in Panama viele zusätzliche Menschen finden werden, die so von unserer Arbeit überzeugt sind, dass sie auch durch ihr finanzielles Mittragen daran teilhaben möchten.

Kosten

Die Formalitäten der Organisationsgründung werden uns einige Tausende USD kosten. Hinzu kommen dann die Betriebskosten für die ersten Mitarbeiter und für die Umsetzung des Selbsthilfegruppen-Ansatzes. Letzterer gilt zwar als günstig, da ja keine materiellen Hilfen weitergegeben werden (was nicht der Grund für unsere Wahl ist). Es fallen vor allem Kosten für Schulungsmaterial und Reisespesen der ehrenamtlichen Gruppenbegleiter an. Dazu kommen die vollzeitlich angestellten Mitarbeiter mit übergeordneten koordinatorischen Aufgaben und der Unterhalt des Schulungs- und Forschungszentrums. In den ersten zwei Jahren werden wir mit einem reduzierten Team starten und den Schwerpunkt auf ein kleineres Gebiet legen, um so erste Erfahrungen zu sammeln, bevor wir die Arbeit dann schrittweise auf das ganze Ngäbe-Gebiet ausweiten. Genaueres zu den Kosten werden wir bekanntgeben, sobald wir mit der Planung soweit sind.

Klink dich ein!

Wie bereits dargelegt, kommt mit der Organisationsgründung und all den geplanten Arbeitszweigen eine spannende, aber auch herausfordernde, grosse Aufgabe auf uns zu. Wir sind sehr dankbar für jedes Mitbeten, dass wir uns in allen Entscheiden von Gott richtig führen lassen.

Da dieses Vorhaben auch finanziell grössere Investitionen bedingt, gibt es schon jetzt die Möglichkeit, auf ein eigens dafür eingerichtetes Projektkonto zu spenden. Mit einem kleinen oder auch grossen Beitrag kannst du auf diese Weise teilhaben an einem spannenden Projekt, das für tausende Menschen zu einem grossen Segen werden soll. Mit dem Vermerk "SMG 135051 – Projekt ProNgäbe NGO" kannst du über die SMG oder DMG bereits dafür einen Beitrag geben. Vielen Dank!